Unser Haus – Ein Stück Berliner Geschichte
Willkommen in unserem Restaurant „Zum Paddenwirt“ – einem traditionsreichen Gasthaus im Herzen des Nikolaiviertels, direkt an der Nikolaikirche und am historischen Spreeufer.

Wo Berlin begann
Das Nikolaiviertel ist das älteste Siedlungsgebiet Berlins und war bereits im Mittelalter ein lebendiger Ort des Handels, Handwerks und der Geselligkeit. Um das Jahr 1230 entstand hier die Nikolaikirche – das spirituelle und gesellschaftliche Zentrum der frühen Doppelstadt Berlin-Cölln.
Die Gegend zwischen Spreeufer, Mühlendamm und Spandauer Straße war geprägt von Handwerkern der verschiedenen Zünfte, Händlern und zahlreichen Wirtshäusern, die die hungrigen und durstigen Berliner versorgten. Besonders der nahe Molkenmarkt – damals „Alter Markt“ oder „Olde Markt“ genannt – war schon vor der ersten urkundlichen Erwähnung Berlins und Cöllns (1237 bzw. 1244) ein wichtiger Handelsplatz.
Lebensmittel und Waren wurden damals auf dem Wasserweg über die Spree angeliefert – eine Tradition, die auch für die Geschichte unseres Hauses von Bedeutung sein sollte.
Die Legende vom Paddenwirt
Der Name „Paddenwirt“ geht auf eine legendäre Begebenheit zurück, die sich im frühen 19. Jahrhundert zugetragen haben soll.
Damals war die Gegend rund um das Spreeufer noch natürlicher Lebensraum für allerlei Getier – unter anderem für viele Kröten, die im Berlinerischen „Padden“ genannt wurden. Tatsächlich gab es hier seit dem Mittelalter sogar eine Paddengasse mit 15 Häusern und einer „Länge von 100 Schritt“, die erst 1862 durch Überbauung aus den Stadtplänen verschwand.
Eines Abends – so die Überlieferung – hatte ein Wirt keine Lust mehr, seine schweren Bierfässer vom Kahn zu entladen. Beim Transport war eines der großen Fässer undicht geworden.
Es muss Mitte bis Ende März gewesen sein, denn die Krötenwanderung hatte gerade eingesetzt. Als der Wirt am Morgen sein Bier vom Kahn holen wollte, begrüßten ihn der Legende nach Hunderte betrunkene Frösche und Kröten, die vom auslaufenden Gerstensaft angelockt worden waren.
Die Tiere spielten verrückt, sprangen über Tische und Bänke und folgten dem Wirt die wenigen Schritte bis zum Gasthaus, wo sich aus dem undichten Fass ein kleiner „Biertümpel“ gebildet hatte. Gäste und Passanten waren amüsiert, und durch die „gute Bewirtung der Amphibien“ bekam der Wirt seinen Spitznamen – fortan hieß es „Du olle Padde“, und das Gasthaus wurde zum „Paddenwirt“.
Wiederaufbau zum Berliner Stadtjubiläum
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Nikolaiviertel fast vollständig zerstört. Jahrzehntelang blieb das Gebiet südlich des Alexanderplatzes eine Brache, und Stadtplaner der DDR lehnten zunächst eine Rekonstruktion alter Strukturen ab.
Erst Ende der 1970er Jahre, im Hinblick auf das anstehende 750-jährige Stadtjubiläum Berlins 1987, änderte sich die Baupolitik. 1979 wurde ein Architekturwettbewerb zum Wiederaufbau des Nikolaiviertels ausgelobt, den der Architekt Günter Stahn (1939–2017) gewann.
Ab 1981 wurde das Viertel nach denkmalpflegerischen Vorgaben wiederaufgebaut: Die Nikolaikirche wurde weitgehend in ihrem historischen Erscheinungsbild rekonstruiert, historische Gebäude wie das Ephraim-Palais wurden wiederhergestellt, und neue Wohnhäuser in historisierender Form ergänzten das Ensemble.
Am 14. Mai 1987 wurde das Nikolaiviertel pünktlich zu den 750-Jahr-Feierlichkeiten Berlins eingeweiht. Es entstanden etwa 800 Wohnungen für rund 2000 Menschen, zahlreiche Ladengeschäfte und Gaststätten – darunter auch der heutige Paddenwirt.
Seit 2018 ist das Nikolaiviertel als bedeutendes Beispiel der veränderten Baupolitik der DDR in den 1980er-Jahren in die Berliner Denkmalliste eingetragen.
Unser Haus heute

Das heutige Restaurant „Zum Paddenwirt“ liegt am Nikolaikirchplatz, unmittelbar an der Ecke zur Eiergasse – mitten im historischen Nikolaiviertel.

An unserer Fassade prangt bis heute die Namensgeberin – eine große Kröte.
Im Biergarten steht ein historischer Schöpfbrunnen mit einem Durchmesser von rund 2 Metern aus rotgeflecktem Marmor, gekrönt von einer schmiedeeisernen Verzierung.
Wir servieren deftige Klassiker der Berliner Küche – von der Kartoffelsuppe bis zur hausgemachten Sülze mit Remouladensauce – und pflegen die Tradition altberlinerischer Gastlichkeit mit Herz und Hand.
Ob Sie nach einem Spaziergang durch das Nikolaiviertel einkehren, die Nikolaikirche besucht haben oder einfach Berliner Geschichte bei guter Küche erleben möchten – bei uns sind Sie herzlich willkommen.

Quellen
Textquellen: berlin-nikolaiviertel.com, berlin.de, paddenwirt.de, tipBerlin, berlingeschichte.de, stadtwende.de. Bildquellen gemäß jeweiliger Bildunterschrift.
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